Bobath-Therapie

Seniorin beim BewegungstrainingDas BOBATH-Konzept wurde von der englischen Krankengymnastin Berta Bobath und ihrem Mann, dem Neurologen Dr. Karel Bobath entwickelt. Dieses Therapiekonzept richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit neurologischen Erkrankungen

Unterstützung erfahren

Das Therapiekonzept eignet sich beispielsweise für Kinder, deren Körperhaltung, Bewegung oder Bewegungsentwicklung von ” normalen ” Haltungs- und Bewegungsmustern abweichen. Das Kind lernt unter den unterstützenden Händen des Physiotherapeuten die natürlichen körperlichen Bewegungsabläufe kennen. Als Leitfaden für die Therapeuten dienen dabei die normalen Entwicklungsstufen des Säuglinges und Kleinkindes. Ein wichtiger Aspekt des Therapiekonzeptes ist die Anleitung der Eltern. Sie lernen beim Physiotherapeuten wie sie ihr Kind im Alltag halten, bewegen, hinlegen und aufnehmen können, so dass  gleichzeitig die natürlichen Bewegungsabläufe gefördert werden.

Hilfe bei der Erkrankung des Nervensystems

Die Behandlung nach dem Bobath-Konzept hilft  auch bei Erwachsenen: Besonders geeignet ist es bei allen Bewegungsstörungen, die durch Hirnschädigung hervorgerufen werden – beispielsweise bei Halbseitenlähmungen nach Schlaganfall, bei Hirntumoren, Hirnverletzungen, Multipler Sklerose, Morbus Parkinson oder anderen neurologischen Erkrankungen. Im Vordergrund der Behandlung steht die Schulung der Gleichgewichtsreaktionen, der sogenannten Kopf- und Rumpfkontrolle und der Gleichgewichtsübertragung von einer auf die andere Körperseite – beispielsweise beim Gehen. Der Physiotherapeut bezieht optische, akustische und taktile Stimulationen durch ein sensomotorisches Training in die Behandlung ein.

je früher desto besser

Je früher mit der Behandlung begonnen wird, desto günstiger können die Hirnfunktionen beeinflusst werden. Das gilt sowohl für die Reifung in den ersten Lebensmonaten  eines Säuglings, als auch für die Rehabilitationsphase eines Erwachsenen. Das Bobath-Konzept setzt darauf, Bewegung neu zu erlernen. Das Gehirn soll die abgeschalteten Körperzonen und nicht gekannte oder vergessene Bewegungsabläufe wieder neu entdecken lernen. Durch beharrliche  Förderung und Stimulation lässt sich beispielsweise die gelähmte Körperpartie schrittweise reaktivieren. Das Gehirn organisiert sich neu, indem gesunde Hirnteile nach und nach die Steuerung übernehmen.  Physiotherapeut und Patient trainieren das Zusammenspiel von Sinnesorganen und Muskeln. Durch gezielte, äußere Reize erlernt der Patient die natürlichen Haltungs- und Bewegungsmuster neu. Dabei bezieht der Therapeut die erkrankte Körperseite bei allen Übungen aktiv ein. Ständiges, variables Wiederholen der Übungen  festigt die Verknüpfung neuer Nervenbahnen im Gehirn.